21.04.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein schafft Klassenerhalt

Verbleib in der Regionalliga Südost gesichert – überraschender Erfolg in der Schlussrunde beim Tabellenvierten Gräfelfing

 

Nun ist es amtlich! Nach Abschluss der Punkterunde und Feststellung der Absteiger aus den höheren Klassen ist der Verbleib der Deggendorfer Schachspieler in der Regionalliga auch für die kommende Saison gesichert. Im Gegensatz dazu mussten die Nachbarvereine aus dem Rottal (Absteiger aus der Oberliga mit der 1. und der Regionalliga mit der 2. Mannschaft) und Landshut (Absteiger aus der Landesliga) in der Schlussrunde ihre lange gehegten Hoffnungen begraben. Zusammen mit den Landshutern sowie dem Aufsteiger Röhrnbach vertreten damit künftig mit drei Teams den Niederbayerischen Schachbund in der Regionalliga Südost und hoffen, der oberbayerischen Dominanz erfolgreich begegnen zu können.

 

Ohne Belang, so sollte es sich hinterher herausstellen, war das Ergebnis im letzten Auswärtsspiel gegen den SK Gräfelfing. Ungemein spannend und von einem mehr als kuriosen Verlauf gekennzeichnet war es allemal. Dabei trafen die Deggendorfer mit ihrem quasi „letzten Aufgebot“ auf einen Gegner, der nominell an jedem Brett mit 100 DWZ-Punkten besser gewertet und damit klar favorisiert war. Kurz gesagt: die Niederbayern waren in der Saison noch nie so schlecht, Gräfelfing hingegen noch nie so gut aufgestellt.

Nützen sollte es ihnen allerdings wenig. Denn das Team um Mannschaftsführer Huber Firlbeck, der an Brett 2 ebenso wie Petar Krstic (1) und Ersatzmann und Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (8) ungefährdet und rasch eine sichere Remisstellung erreichte, warf von Anfang an eine fulminante Kampfkraft und nie nachlassenden Einsatzwillen in die Waagschale und glich damit die zweifellos vorhandenen schachlichen Defizite aus. Als ersten gelang dies Franz Haselbeck, der seine taktisch auf Messers schneide stehende Partie stets unter Kontrolle behielt – was allerdings erst die häusliche Computeranalyse zeigte –, am Ende in klar besserer Stellung jedoch einem „Mattgespenst“ vergeblich nachlief und Remis durch Dauerschach zuließ, was seinen Gegner jedoch dermaßen verwirrte, dass er es in den letzten Sekunden seiner Bedenkzeit verabsäumte, dieses auch zu reklamieren und statt dessen die Partie durch Zeitüberschreitung verlor. Gräfelfing zeigte sich davon jedoch noch unbeeindruckt und wandelte den Rückstand durch Erfolge von Martin Luft gegen Rainer Tauber (Brett 6) und Jürgen Hofmann gegen Ludwig Bielmeier (3) in eine 3,5–2,5-Führung um.

Und auch die beiden Schlusspartien von Alexander Stadler gegen Helge Uhlmann und Andreas Krauß gegen FIDE-Meister Joachim Olbrich (7) standen für die Deggendorfer zwar nicht unbedingt schlecht, ganze Punktgewinne jedoch schienen nach einer Spielzeit von 5 Stunden nur noch durch ein Wunder möglich. Dass die Gräfelfinger selbst für ein solches sorgen würden, damit hatte im Deggendorfer Lager allerdings niemand gerechnet. Warum sie ihre kaum zu verlierenden Stellungen derart überzogen, dass sowohl Stadler nach dem Gewinn zweier Bauern als auch Krauß nach einem völlig falsch berechneten Damenopfers seines Gegenüber ihre Partien mühelos gewinnen konnten, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben. Wie auch immer, nachdem der überzeugend agierende Andreas Krauß auch die letzten Klippen seiner Zeitnotphase umschifft und Olbrich zur Aufgabe gezwungen hatte, stand für Deggendorf ein nie erwarteter, glücklicher, aber keinesfalls unverdienter 4,5–3,5-Erfolg fest. Leider liefen alle anderen Paarungen gegen die Donaustädter, aber der schon zuvor feststehende 8. Platz reichte am Ende für den Klassenerhalt. Meister wurde der SC Unterpfaffenhofen, dem ein 4–4 gegen die punktgleichen Trostberger genügte, um mit dem Minimalvorsprung von genau einem halben Brettpunkt diesen Erfolg zu sichern und in die Landesliga aufzusteigen.

Franz Schmidbauer

 

Erfolgreich war nach einer längeren Durststrecke auch Deggendorf III, das sich mit 1–5 souverän und ohne Einzelniederlage gegen Ortenburgs Dritte durchsetzen konnte. Karl Hilmer und Robert Haselbeck remisierten an den Spitzenbrettern, Rudolf Veitl, Alexander Lenhard, Thomas Bertold und Timo Bösl sorgten mit Siegen für das deutliche Ergebnis. Einen schönen Einzelerfolg feierten vor kurzem Alexander Stadler und Ludwig Bielmeier. Beim BSGW-Open in Erlangen, das traditionell für Teilnehmer bis 2100 offen ist, erreichten sie jeweils 4,5 Punkte aus 5 Partien und belegten gemeinsam Rang 2 und 3; lediglich der für Illmünster startende Leonhard Knoblauch erreichte mit vollen 5 Zählern ein besseres Ergebnis.

FH

 

Abbildung

Franz Schmidbauer, der hier (links) stehend das Schachgeschehen verfolgt,
ist nicht nur seit 30 Jahren Vorstand des Vereins,
er steht auch immer und in jedem Team mit vollem Einsatz seinen Mann.
Ohne in wäre der SV Deggendorf sicher nicht da, wo er heute ist.

 

 

 

 

21.03.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein verpasst vorzeitige Rettung

 

SU Ebersberg-Grafing bei 3–5-Niederlage das bessere Team – Chancen auf

Klassenerhalt nach wie vor intakt

 Nach zwei Erfolgen hintereinander war für Deggendorfs Schachspieler beim Regionalligakampf gegen die SU Ebersberg-Grafing die Marschroute eigentlich klar. Ein Heimerfolg gegen die ebenfalls stark abstiegsgefährdeten Gäste, die zudem bislang in dieser Saison erkennbar unter Aufstellungssorgen litten, sollte den Klassenerhalt schon eine Runde vor Ende in trockene Tücher bringen. Sollte – und bei diesem „sollte“ sollte es auch bleiben. Denn erstmals brachten die Schachfreunde aus Ebersberg ihre besten Acht komplett an die Bretter, und die wiesen den Gastgeber etwas glücklich, aber durchaus nicht unverdient mit 5–3 in die Schranken.

Dabei sah es zunächst einmal ganz und gar nicht nach einer Niederlage für Firlbeck & Co. aus. Nach zwei wenig aufregenden Remispartien von Ludwig Bielmeier (Brett 4; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen den routinierten Senior der Gäste Christian Krause und Rainer Tauber (7) gegen Frank Bauer erzielte Alexander Delchev – sein erneuter Einsatz hatte die Gäste sichtbar nervös werden lassen – trotz der schwarzen Steine und der erkennbaren Bemühungen seines gewiss nicht schwachen Kontrahenten Ulrich Zenker, den Remispfad zu beschreiten, problemlos den Führungstreffer für Deggendorf. Mit welcher Ruhe und Übersicht der Großmeister diesen Erfolg scheinbar mühelos einfuhr, erzeugte bei Freund und Feind gleichermaßen bewunderndes Kopfschütteln.

Damit war es aber vorbei mit der niederbayerischen Herrlichkeit – jetzt folgte Rückschlag auf Rückschlag. Zunächst musste Andreas Krauß (8) seine kurz vor dem finalen Mattschuss stehende Stellung gegen Melik Kurt Kramer aufgeben, dann verlor Petar Krstic an Brett 2 im „Duell der Serben“ gegen Marko Maksimovic trotz Figurenvorteil zunächst die Übersicht und dann die Partie, und schließlich erlag auch Franz Haselbeck (6) nach zu zaghafter Eröffnungsbehandlung dem zunehmende stärker werdenden Druck seines Gegenübers Stephan Brem. Den Schlusspunkt dieser Serie von Pleiten, Pech und Pannen setzte Hubert Firlbeck im Duell der Mannschaftsführer gegen Georg Schweiger, als er nach dem Verpassen einer vorteilhaften Fortsetzung die Zeitkontrolle nach 40 Zügen – in allerdings schon schlechterer Stellung – um Sekunden verpasste.

Damit war die Messe bereits gelesen; mit ihren vier Siegen in Folge hatten die Gäste den 1–2-Rückstand in einen uneinholbaren 5–2-Vorsprung gedreht. Auch ein Großmeister kann eben nicht mehr als einen Punkt erzielen! Für einen versöhnlichen Abschluss sorgte noch Alex Stadler (Brett 5), der Arthur Gil erst die Qualität (Turm gegen Läufer) abnahm und nach 74 Zügen und über 5 Stunden Spielzeit seinen a-Bauern so weit nach vorne manövriert hatte, dass die Umwandlung zur Dame nicht mehr zu verhindern war, was auch seinem Gegner natürlich nicht verborgen blieb und ihm nur noch das gratulierende Händeschütteln als Option gewährte.

Dennoch ist die Situation für Deggendorf nach wie vor keinesfalls hoffnungslos, nur leider einigermaßen unübersichtlich, da die Zahl der Absteiger erst am Ende definitiv feststehend wird, abhängig von den darüber liegenden Ligen. Derzeit liegt man auf Rang 8 mit 5–9 Zählern und kann von Rottal II (2–14) sicher nicht mehr und von Pang II (3–13) kaum noch überholt werden. Rechnet man, wonach es derzeit aussieht, mit zwei Absteigern aus der Regionalliga Südost, wäre Deggendorf bereits gerettet, doch steht dies keinesfalls fest. Und bei einem Sieg im letzten Spiel bei der SK Gräfelfing wäre theoretisch sogar noch das Vorrücken bis auf Platz 5 möglich, allerdings nur, falls alle anderen gefährdeten Teams (Waldkraiburg, Ebersberg, Ingolstadt) auch mitspielen, womit kaum zu rechnen ist. Fazit: Alles ist möglich, der bereits feststehende Klassenerhalt ebenso, wie der Abstieg trotz eines klaren Sieges gegen die als einzige Mannschaft im „Niemandsland“ der Tabelle schwebenden Gräfelfinger. Es bleibt spannend bis zum Schluss!

 

 

26.02.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Der Klassenerhalt ist in Reichweite

 

Klarer Sieg des Schachvereins im Kellerduell gegen Pang/Rosenheim – „Zweite“ und „Dritte“ verlieren

 

 

Nach dem Kantersieg gegen Rottal II überzeugten Deggendorfs „Schacherer“ im nervenaufreibenden Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga Südost auch beim eminent wichtigen Kellerduell auswärts gegen die Oberligareserve der SGem Pang/Rosenheim. Ohne Niederlage in den Einzelduellen behielten die Niederbayern mit 5,5–2,5 verdient, wenn auch etwas zu hoch, die Oberhand und haben nun den Erhalt der Klasse wieder in den eigenen Händen. Dagegen mussten die bislang erfolgsverwöhnten Reserven dieses Mal ohne Punkte die Bretter verlassen: Die Zweite unterlag in Aidenbach mit 3–5, die Dritte zuhause gegen Schaibing gar mit 1–5.

Duplizität der Ereignisse: Wie zuvor schon Tegernsee verzichtete auch Pang darauf, das Spitzenbrett gegen Großmeister Alexander Delchev zu besetzen, und so stand es schon zu Beginn der Auseinandersetzung 1–0 für Deggendorf. Ob so ein Verhalten sportlich ist, sei dahingestellt, Punkte bringt es allemal, und auch eine gewisse Sicherheit für den Rest der Mannschaft. Dieser zeigte sich angesichts der Führung zunächst einmal relativ entspannt. Nacheinander willigten Prof. Johannes Grabmeier (Brett 8; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen Christian Homann, Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (3) gegen Michael Heubusch und Andreas Krauß (7) gegen Stefan Kell in die Remisangebote ihrer Kontrahenten ein, wobei sich diese angesichts des Rückstandes ihres ebenfalls mitten im Abstiegssumpf steckenden Teams nicht sonderlich engagiert zeigten. Eine lasche Einstellung, die sich alsbald rächen sollte, den an Brett 6 sorgte Franz Haselbeck mit einem Paukenschlag für den entscheidenden „big point“. In guter zunächst Stellung hatte er gegen Stefan Holzner unachtsam einen Bauern verloren und stand danach wohl – wie es so schön heißt – im höheren Sinne bereits auf Verlust, als sein Gegner ihn förmlich zu einem Qualitätsopfer (Preisgabe von Turm gegen eine Leichtfigur) einlud und diesen kurzfristigen Materialvorteil auch noch annahm, anstatt sich mit einem Dauerangriff auf Haselbecks Dame zumindest noch ein Remis durch Zugwiederholung zu sichern. Wenige Züge später lag Holzners Stellung in Trümmern und es stand etwas überraschend plötzlich 3,5–1,5 für Deggendorf.

Damit war die Vorentscheidung bereits gefallen, den auch Ludwig Bielmeier konnte an Brett 4 gegen Gerhard Rosner am Ende klaren Vorteil für sich reklamieren, gab sich aber in Anbetracht der Gesamtsituation mit einem halben Punkt zufrieden. Hauptgrund dafür war die Partie von Alexander Stadler (5), der sein Damenendspiel gegen Adrian Renner angesichts zweier Mehrbauern samt andauernder Mattdrohungen nur noch durch gröbste Fahrlässigkeit hätte verlieren können. Lange unternahm er aussichtsreiche Gewinnversuche, die sein Gegner jedoch gekonnt abwehren konnte, bis sich Stadler schließlich ebenfalls mit einem Unentschieden zufrieden geben musste, damit aber den Gesamtsieg für Deggendorf vorzeitig sicherstellte. Übrig blieb nun noch Brett 2, und hier sorgte Petar Krstic gegen den routinierten Christian Graf für das zweite Sahnehäubchen des Tages, und das in passiver Stellung, wobei beide Seiten neben dem unverzichtbaren König noch Turm und Springer besaßen und dazu vier Bauern; einen davon opferte Krstic im 45. Zug kurzfristig, gewann ihn aber unverzüglich zurück und hatte sich mit diesem feinen Manöver nicht nur aus der unangenehmen Umklammerung seines Gegners befreit, sonder auch die Initiative an sich gerissen. Dieser kleine Vorteil reichte ihm angesichts der knapper werdenden Bedenkzeit Grafs, um diesen in der schönsten Partie des Tages nach knapp sechs Stunden und 76 Zügen zur Aufgabe zu „überreden“. Damit steht Deggendorf mit 5 Punkten auf Rang 7 des Klassements. Dort werden Trostberg, Unterpfaffenhofen und Tegernsee in den letzten beiden Runden die Meisterschaft unter sich ausmachen. Das gesicherte Mittelfeld besteht allein aus Gräfelfing, und ab Platz 5 – diesen nimmt derzeit Waldkraiburg mit 6 Punkten ein – kämpfen bis zum Schlusslicht SC Rottal (2 Punkte) noch alle um den Klassenerhalt, da die Zahl der Absteiger infolge der Lage in den oberen Ligen noch völlig offen ist. Klar ist nur: Mit einem Sieg gegen die punktgleiche SU Ebersberg-Grafing kann Deggendorf den Klassenerhalt eine Runde vor Schluss definitiv sicherstellen.

Beendet ist die Saison hingegen bereits für Deggendorf II, da in der Bezirksliga Ost diese Saison lediglich acht Mannschaften die Klingen kreuzten. Die letzte Runde gegen Aidenbach ging mit 3–5 verloren, wobei als einzige Helmut Ertl seine Partie gewinnen konnte; remis spielten Franz Schmidbauer, Hans Mittermaier, Lothar Rader und Hans Oberberger. Aidenbach sicherte sich damit die Vizemeisterschaft punktgleich mit Ortenburg und steigt laut Turnierordnung durch den Sieg im direkten Vergleich erstmals in die Niederbayernliga auf. Herzlichen Glückwunsch dazu! Böse erwischte es Deggendorf III mit 1–5 gegen Schaibing II, das damit die Tabellenführung in der Kreisliga Ost übernahm. Als einziger konnte dabei Robert Haselbeck einen ganzen Punkt einfahren, und nach 7 von zehn Runden findet sich Deggendorfs Mischung aus Jung und Alt erwartungsgemäß im Mittelfeld wieder.

 

Foto: Noch lachen beide! Roland Knechtel (rechts) und Franz Haselbeck vor ihrer Partie bei den diesjährigen Niederbayerischen Meisterschaften,
        mustergültig organisiert vom SV Aham, in der Haselbeck dem späteren Titelträger die einzige Niederlage beibrachte.
        Auch in den Mannschaftskämpfen gelangen ihm nach katastrophalem Start zuletzt drei Siege in Folge. (Foto: Andreas Haider)

FH

 

 

 

 

 

05.02.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mitten im Abstiegskampf

„Erste“ gewinnt gegen Rottal II mit 7–1 von den Brettern – „Zweite“ wahrt Chance auf Spitzenplatz – „Dritte“ erstmals unterlegen

 Das hatten selbst die kühnsten Optimisten unter Deggendorfs Schachspielern nicht für möglich gehalten. Im ersten von drei „Alles-oder-nichts-Matches“ gegen den Abstieg aus der Regionalliga fegten die Donaustädter im Niederbayernderby Rottal II mit 7–1 förmlich von den heimischen Brettern – und die Gäste konnten sich darüber nicht einmal beschweren, denn der Sieg war auch in dieser Höhe vollauf verdient. Während sich für Deggendorf II nach einem ebenfalls eindrucksvollen 6–2-Erfolg gegen Haselbach sogar noch eine kleine Meisterschaftschance aufgetan hat, blieb Deggendorf III gegen Sonnen II ohne Punktgewinn.

Erwartet hatte der bisherige Tabellenletzte gegen die lediglich einen Punkt und einen Rang besser notierte Oberligareserve der Spielgemeinschaft aus Eggenfelden und Pfarrkirchen einen Nervenkrimi mit einem denkbar knappen Ausgang. Dass es anders kam, lag alleine daran, dass sich Deggendorf erstmals in dieser Saison als Mannschaft präsentierte, die weiß, worauf es im Abstiegskampf ankommt: Kampfgeist, Geschlossenheit und Vertrauen auf die eigene Stärke und nicht auf die Erfolge von Spitzenspielern. Und so war schon bald nach Beginn des Mannschaftskampfes zu erkennen, dass die Vorteile an fast allen Brettern auf Seiten der Heimmannschaft lagen, sehr zur Verwunderung der zahlreichen schachinteressierten Zuschauer. Damit war es natürlich nicht getan, entscheidend war es, die Vorteile auch zu verwerten, woran es dieses Mal jedoch nicht mangeln sollte. Den Anfang machten Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (Brett zwei; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) und Franz Haselbeck (5), die ihre Gegenüber Andreas Siemens und Dr. Hans Eichinger relativ humorlos zusammenschoben; Firlbeck, indem er dem aggressiven Wolgagambit des Gegners mit einer zunächst ruhigen Variante begegnete, bei der das Standardprogramm des Angreifers auf diesen selbst zurückschlug, Haselbeck mit einer Eröffnung, „die ich noch vor einigen Wochen eigentlich schon ganz weit wegwerfen wollte, weil sie bislang nie den erwünschten Erfolg brachte“, aber schon gegen Unterpfaffenhofen erfolgreich zum Einsatz gekommen war. Auch im Schach ist eben manchmal Geduld der Schlüssel zum Paradies!

Nur eine kurze Verschnaufpause gewährte den Rottalern das verdiente Remis zwischen Michael Bacholke und Edgar Brückl an Brett 7, danach setzte Deggendorf seinen Sturmlauf unbeirrt fort. Alex Stadler (4) und Ludwig Bielmeier (3) stellten mit überzeugenden Auftritten gegen Klaus Wiedmann, den Teamkapitän der Gäste, bzw. Norbert Frühauf die Weichen vorzeitig auf Sieg. Und mit dem kuriosesten Partieende des Tages erhöhte Professor Johannes Grabmeier (8) das Score um einen weiteren Zähler. Grabmeier hatte den alten Kämpfer Alois Höchtl im Partieverlauf gehörig unter Druck gesetzt und dabei dessen König in der Brettmitte „festgenagelt“. Den finalen Mattangriff begegnete Höchtl, indem er seinen Monarchen ergriff, um eine weit entfernte, Schach gebende Figur verbotener Weise im Stil eines Damenzuges vom Brett zu nehmen, um darauf mit dem erstaunten – und für Humor im Raum sorgenden – Ausruf: „Ach, das ist ja der König“ seinen Irrtum in der Hitze des Gefechtes zu bemerken und sofort darauf aufzugeben.

Nachdem Rainer Tauber (Brett 6) mit feiner Technik sein schwieriges Damenendspiel in den sicheren Remishafen gelenkt hatte, wobei sein Gegenüber Andreas Nöhbauer noch Glück hatte, dass Tauber zuvor einen sicheren Gewinnzug ausgelassen hatte, zeigte Spitzenspieler Petar Krstic gegen Rainer Hartl, dass auch er sein studienbedingtes Formtief überwunden hat. Ein materiell völlig gleichstehendes Turmendspiel führte er studienhaft zum Sieg, indem er die Stärke eines Bauern sowie seine aktivere Stellung präzise ausnutzte und damit den 7–1-Sieg fixierte. Damit katapultierte sich Deggendorf mit einem Streich vom letzten Platz auf Rang 7 und damit aus den Abstiegsrängen. Doch der Schein trügt. Die Liga teilt sich auf in vier Spitzenteams, die den Meister in den folgenden Duellen unter sich ausmachen werden, und 6 Mannschaften, die noch gegen den Abstieg kämpfen. Und so schön sich dieser Kantersieg auch anfühlt: Der letzte Platz ist für Deggendorf genau einen Punkt weit entfernt, und in den beiden folgenden Spielen gegen die Tabellennachbarn aus Pang und Ebersberg müssen mindest 3 weitere Zähler gut geschrieben werden, um dem Duell mit dem Ex-Landesligisten Gräfelfing in der letzten Runde gelassen entgegensehen zu können.

In der Bezirksliga Ost schaffte Deggendorf II einen unerwartet hohen Sieg gegen Pocking, wobei vor allem der Erfolg von Dr. Peter Roth am Spitzenbrett gegen Michael Fuchs bemerkenswert ist. Auch wenn dieser bei seiner Niederlage kräftig mithalf, muss ein derart starker und erfahrender Akteur erst einmal zu einem solchen Fehler gezwungen werden. Gewinnen konnten daneben auch Hans Mittermeier, Thomas Weiß (kampflos), Lothar Rader, Willi Haimerl und Helmut Ertl. Nach der Niederlage von Tabellenführer SC Ortenburg gegen den TSV Aidenbach liegen diese beiden Mannschaften vor der letzten Runde punktgleich an der Spitze des Klassements, Deggendorf II lediglich einen Zähler dahinter. Mit einem Sieg gegen Aidenbach können die Männer um Hans Oberberger und Franz Schmidbauer zumindest Platz 2 aus eigener Kraft erreichen und zudem auf einen Ausrutscher der Ortenburger in Pocking hoffen. Dann käme man sogar noch überraschend zu Meister- und Aufstiegsehren. Etwas überraschend musste die „Dritte“ gegen dies bislang wenig erfolgreiche Reserve aus Sonnen die erste Saisonniederlage einstecken. Lediglich Karl Hilmer punktete an Brett 1 gegen Ludwig Resch, Thomas Berthold steuerte an Brett 4 ein Remis zum 1,5–4,5 bei. Tabellenführer der Kreisliga Ost ist aktuell Röhrnbach II, aber im sehr ausgeglichen besetzten 11-er-Feld hat noch mindestens die Hälfte der Mannschaften Chancen auf die Meisterschaft. Die junge Deggendorfer Truppe sollte also den Kopf keineswegs hängen lassen.

 

Foto: Rainer Tauber (rechts) und Andreas Nöhbauer lieferten sich das spannendste Duell des Tages, kritisch und aufmerksam verfolgt von (von links) Franz Schmidbauer,
Dr. Hans Eichinger, Michael Bacholke und (sitzend) Karl Hilmer. Altmeister Hans Feichtinger beäugt im Hintergrund lieber das Brett von Professor Grabmeier, wo wenig später
König und Dame eine humorvolle Verwechslung erfahren. (Foto: Haselbeck)

FH

 

26.01.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mitten im Abstiegskampf

 

„Erste“ verliert in Germering – „Zweite“ und „Dritte“ weiterhin auf Erfolgskurs

 

„Wenn man vorne stehst, gewinnt man so ein Spiel, stehst man hinten, verliert man eben – ob verdient oder nicht, danach fragt später keiner mehr.“ Diese frustrierte Aussage eines Deggendorfers nach dem Regionalliga-Mannschaftskampf beim SC Unterpfaffenhofen lässt das Ergebnis schon erahnen. Mit einer äußerst unglücklichen 3–5-Niederlage trat man nach sechs Stunden Spielzeit die Heimreise an, im Gepäck einen gefestigten letzten Tabellenplatz und die Gewissheit, dass der Abstiegskampf nun auch für die größten Optimisten im Team unleugbare Tatsache – mit ungewissem Ausgang – ist!

Dabei hatte alles so gut begonnen. Franz Haselbeck (Brett sechs; Deggendorf in der Folge zuerst genannt), im bisherigen Saisonverlauf völlig außer Form und folgerichtig mit vier Niederlagen behaftet, gewann gegen den bislang ungeschlagenen und daher klar favorisierten Klaus Kretschel nach nur 21 Zügen überzeugend eine Figur und damit die Partie. Diese kurzzeitige Führung verwandelte sich zwar nach den Niederlagen von Manfred Menacher (2) und Alexander Stadler (5), die gegen Christian Grawe bzw. den Ex-Plattlinger Franz Brandl in unübersichtlichen Stellungen jeweils entscheidenden Materialnachteil hinnehmen mussten, in einen Rückstand. Doch der wieder erstarkte Ludwig Bielmeier sorgte an Brett 4 gegen Jürgen Wawra, früher ebenfalls in Niederbayern für Grafenau aktiv, postwendend für den Ausgleich, da sein Gegner zu verschwenderisch mit seiner Bedenkzeit umging und in komplizierter Stellung für mehr als zehn Züge nur noch wenige Sekunden zur Verfügung hatte, was ihm unweigerlich den Partieverlust durch Zeitüberschreitung bescheren sollte.

Mit dem 2–2 war somit ein verheißungsvolles Zwischenresultat zu verzeichnen, standen doch die verbliebenen Bretter allesamt durchaus ordentlich. Doch dann nahm das Verhängnis seinen Lauf. Zunächst versäumte Spitzenmann Petar Krstic es mehrmals, seinen Kontrahenten Erik Deues mit einfachen Mitteln in die Schranken zu weisen und musste am Ende mit Remis durch Dauerschach zufrieden sein. Und in der anschließenden Verlängerung kam es für Deggendorf knüppeldick: Anstatt einen durchaus möglichen Sieg oder zumindest den verdienten Punktgewinn anzusteuern, konnten Rainer Tauber (7) und Professor Johannes Grabmeier (8) ihre Partien gegen Bernhard Kern und Dr. Christof Buss nicht halten, wobei vor allem Taubers Niederlage enorm schmerzte. In ausgeglichener Stellung ging ihm am Schluss einfach die Bedenkzeit aus, und da sein Gegner ernsthaft Gewinnversuch unternahm, war auch die Reklamation auf ein Unentschieden nicht möglich – typisch für „und dann kam auch noch Pech hinzu“! Mannschaftsführer Hubert Firlbeck hingegen konnte an Brett 2 seinen gegen Franz Guttenthaler sauber erspielten Mehrbauern im Turmendspiel nicht zum Erfolg verwandeln, doch stand zu diesem Zeitpunkt die Niederlage ohnehin bereits fest. Jetzt hilft im „niederbayerischen Kellerduell“ gegen die Rottaler Oberligareserve wirklich nur noch ein Sieg, um überhaupt noch Chancen im Abstiegskampf zu haben.

Deutlich besser agierte die 2. Mannschaft in der Bezirksliga Ost. Sie gewann sowohl das Nachholspiel zuhause gegen SC Gardez Viechtach (Siege für Thomas Weiß, Lothar Rader, Willi Haimerl und Hans Oberberger, Remis spielten Franz Schmidbauer und Helmut Ertl) als auch in Runde 5 auswärts beim TV Freyung (hier holten Willi Haimerl, Helmut Ertl und Hans Feichtinger ganze, Michael Bacholke, Hans Mittermaier, Lothar Rader und Hans Oberberger halbe Punkte) mit 5–3 und belegt damit derzeit Rang 3. Uneingeschränkt Freude bereitet den Verantwortlichen nach wie vor das neu formierte „Team 3“. Zwar gelang gegen den TSV Aidenbach nicht der erhoffte Sieg, sondern „nur“ ein 3–3, für das die Partiegewinne von Alexander Lenhard – er konnte damit bislang alle Begegnungen für sich entscheiden – und Thomas Berthold sowie die Punkteteilungen von Robert Haselbeck und Timo Bösl sorgten. Doch dies genügte, um im Feld der 11 Mannschaften die Spitze zu behaupten und die Chancen auf die Meisterschaft intakt zu halten, mehr, als sich die aus hoffnungsvollen Jugendspielern und „alten Hasen“ zusammengesetzte Mannschaft zu erträumen wagte. Und sollten Haselbeck, Hilmer, Lenhard und Co. weiterhin so kampfkräftig und geschlossen auftreten, ist eine Überraschung durchaus im Bereich des Möglichen. Zumindest die „Erste“ sollte sich an dieser Einstellung ein aufmunterndes Beispiel nehmen.

FH

 

 

 

 

 

20.11.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mit ersten Teilerfolg in der Regionalliga –

„Zweite“ verliert – 3. Mannschaft gewinnt

 Nun ist der Knoten bei Deggendorfs Schachspieler in der Regionalliga wenigstens zur Hälfte aufgegangen. In Ingolstadt holten Krstic, Firlbeck und Co. bei der Reserve des dortigen Landesligateams zumindest einen Mannschaftspunkt. Dennoch kann man aufgrund des Spielverlaufs mit diesem Teilerfolg nicht ganz zufrieden sein, aber zumindest ist man jetzt nicht mehr alleiniges Schlusslicht, sondern teilt sich diese „Ehre“ mit Ebersberg und Rottal II, die beide auch erst einen Punkt vorweisen können.

Im Duell der Donaustädter sah es zunächst vielversprechend für den Gast aus Niederbayern aus. Professor Johannes Grabmeier (Brett 8; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) bei seinem ersten Saisoneinsatz in der Ersten und der starke Neuzugang Alexander Stadler (Brett 4) zwangen ihre jeweils etwas zu forsch bzw. optimistisch agierenden Kontrahenten Frank Schröder und Lothar Michaelis souverän zur Aufgabe. Doch diesen beiden Siegen standen alsbald die Niederlagen von Franz Haselbeck (5) und Rainer Tauber (6) gegenüber; beide Routiniers sind derzeit von ihrer Bestform ein gutes Stück entfernt und hatten Ewald Appel bzw. Dr. Andreas Götz am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Somit ging es nach 4 Stunden Spielzeit mit dem Zwischenstand von 2–2 in die „Verlängerung“ – die sich zu einem kaum absehbaren, dramatischen „Showdown“ zuspitzen sollte.

Zunächst lief noch alles in geordneten Bahnen ab. Am Spitzenbrett erreichte Petar Krstic gegen den Internationalen Meister Alexander Maier ein Unentschieden durch Zugwiederholung, nachdem er es leider zuvor versäumt hatte, seinen Vorteil in ein überschaubares und klar besser stehendes Endspiel zu überführen. Andreas Krauß (7) tat es ihm gegen Emin Duraku gleich, nachdem er sich zuvor sehr umsichtig verteidigt und ein Turmendspiel mit gleicher Bauernzahl erreicht hatte. Für die Führung sorgte – die Spielzeit neigte sich mehr und mehr dem Ende entgegen – Ludwig Bielmeier (3), der seinen Gegenüber Thomas Zeindlmeier in dem für ihn charakteristischen Stil über Stunden mehr und mehr unter positionellen Druck gesetzt hatte, bis dessen Stellung völlig kollabierte: Ein mehr als verdienter Erfolg des Deggendorfer Serienstadtmeisters nach langer Durststrecke in den Ligaspielen!

Aller Augen richteten sich nun auf das 2. Brett, wo Hubert Firlbeck gegen Wolfgang Sailer eine kuriose – und in der knappen Zeit auch schwierig zu spielende –, aber letztendlich gewonnene Stellung erreicht hatte. Firlbeck hatte den Vorteil der Qualität (= Turm gegen Läufer), sein Kontrahent sich dafür allerdings 4 Freibauern auf beiden Flügeln geschaffen. Nun wäre ein einfacher Turmschwenk als Sicherheitszug von Nöten gewesen, und die Stellung hätte sich für den Deggendorfer Mannschaftsführer quasi „von selbst“ gespielt. Firlbeck jedoch wandelte sofort seinen eigenen Freibauern in eine Dame um, die Sailer unter dem Opfer seines Turmes wieder vom Brett entfernte. Nun hatte der Ingolstädter nur noch den Läufer gegen zwei Türme, seine weit vorgerückten Bauern schufen jedoch in Verbindung mit dem König gewaltige taktische Drohungen, die zumindest ein Unentschieden hätten erzwingen können, was für Deggendorf ja immer noch zum Sieg gereicht hätte. Doch in buchstäblich letzter Minute tappte Firlbeck in die Falle, indem er ein Schach zuließ und anschließend zunächst den in der Diagonale des Königs platzierten Turm und anschließend Haus und Hof verlor. Schach ist oftmals tragisch und ungerecht, doch solche Szenarien machen einfach den Reiz dieses unergründlichen Spiels aus.

Ohne Punkte blieb dieses Mal die „Zweite“ gegen die ambitionierten und erheblich verstärkten Schachfreund aus Ortenburg, die man wohl als den absoluten Titelfavoriten der Bezirksliga Ost ansehen muss. Mit 3,5–4,5 verloren die ersatzgeschwächten Deggendorfer dabei denkbar knapp. Thomas Weiß (Brett 4) und Willibald Haimerl (6) holten ganze, Franz Schmidbauer (2), Helmut Ertl und Hans Feichtinger halbe Zähler. Besser machte es die neu formierte „Dritte“, die sich nach ihrem 3,5–2,5-Erfolg gegen Vilshofen an die Spitze der Tabelle setzte: Robert Haselbeck (Brett 2), Alexander Lenhard (4) und Timo Bösl (6) gewannen ihre Partien, Thomas Berthold sorgte mit seinem Remis dafür, dass sich die Waage am Ende ganz auf die Seite von Deggendorf III neigte.

 Alexander Stadler, Neuzugang aus Vilshofen,
 im Bild rechts gegen den Ingolstädter Lothar Michaelis,
 hat sich bereits gut in die Mannschaft integriert
 und ist mit einem Ergebnis von 2 Punkten aus 3 Partien erfolgreich
 in seine erste Regionalliga-Saison gestartet.

(Foto: F. Haselbeck)

 

 

FH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.11.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schach: Deggendorfs Spitzenspieler besiegt den Europameister

Verpatzter Start in der Regionalliga – 2. und 3. Mannschaft auf Erfolgskurs

 Vor wenigen Tagen ist Griechenland die Europäische Mannschaftsmeisterschaft im Turnierschach zu Ende gegangen – mit dem nur an Position zehn eingestuften deutschen Team als Europameister, eine Sensation und der mit Sicherheit größte Erfolg des deutschen Schachs in den letzten Jahrzehnten. Das Team mit den Großmeistern Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Jan Gustafsson und Rainer Buhmann gewann sieben von neun Begegnungen und räumte dabei mit der Ukraine den amtierenden Olympiasieger sowie mit den im Gesamtklassement an Platz 2–4 folgenden Mannschaften aus Aserbaidschan, Ungarn und den zweifachen Olympiasieger Armenien drei der fünf weltbesten Nationen aus dem Weg; die an 1 gesetzten Russen mussten mit dem enttäuschenden 5. Rang Vorlieb nehmen. Neben dem Unentschieden gegen die traditionell starken Israelis kassierte Deutschland nur eine Niederlage, und die ausgerechnet gegen Bulgarien mit dem heuer für Deggendorf am Spitzenbrett aufgestellten Großmeister Alexander Delchev, der hinter Ex-Weltmeister Vesselin Topalov und dessen Sekundanten Ivan Cheparinov an Brett 3 die Farben seines Landes ausgezeichnet vertrat.

Großmeister Delchev wurde in allen neun Begegnungen eingesetzt und erzielte mit 4,5 Punkten ein ausgezeichnetes Ergebnis gegen Gegner der absoluten Weltklasse, die im Schnitt 30 ELO-Punkte mehr als er auf ihrem Konto hatten. Besonders hervorzuheben ist dabei sein Erfolg gegen den derzeit in bestechender Form agierenden Russen Alexander Morozewich, aktuell die Nummer neun der Weltrangliste. Topfavorit Russland war ohne Chance bei der 1–3-Niederlage gegen Bulgarien, das bis zum Schluss um die Medaillen mitspielte und erst in der letzten Runde nach zuvor 5 Siegen und 2 Remis von den Ungarn mit 0–4 unsanft ausgebremst wurde und vom geteilten 3./4. Platz auf Rang sieben zurückfiel. Dennoch können sich der Delchev und Co. – frei nach dem Weltpokal-Sieger-Besieger FC St. Pauli – zumindest Europameister-Besieger nennen.

Die Deggendorfer Mannschaft jedoch tut es dem bulgarischen Großmeister vorerst noch gar nicht gleich. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Tegernsee ging auch das 2. Spiel in der Regionalliga, dieses Mal an den heimischen Brettern, gegen Waldkraiburg verloren, und zwar mit 2–6 sang- und klanglos und auch in dieser Höhe verdient. Lediglich Manfred Menacher (Brett 2), Hubert Firlbeck (3), Alex Stadler (4) und Michael Bacholke erreichten in etwa Normalform, ohne in ihren Remispartien restlos zu überzeugen. Petar Krstic (1), derzeit studienbedingt völlig außer Form, ging im Angriffswirbel seines nominell deutlich schwächeren Gegners völlig unter, Franz Haselbeck (5) verlor durch einen unverständlichen Eröffnungsfehler bereits früh einen Bauern ohne Kompensation und stellt so die Weichen – allerdings in die falsche Richtung, Rainer Tauber (6) stand zwar zwischenzeitliche gut, musste sich aber in seiner üblichen Zeitnot den taktischen Finessen seines Kontrahenten beugen, und auch für Andreas Krauß war das Spiel aus, bevor es noch so richtig angefangen hatte. Gegen Ingolstadt ist jedenfalls am kommenden Wochenende eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten, um nicht erneut „von den Brettern“ gefegt zu werden.

Besser machen es da die 2. und 3. Mannschaft des Schachvereins. Die „Zweite“ erreichte gegen die mit ihren österreichischen Legionären angetretenen Schachfreunde aus Sonnen ein beachtliches 4–4, wobei vor allem die Routiniers Franz Schmidbauer, Lothar Rader und Georg Reisinger mit ganzen Punkten zu überzeugen wussten. Die „Dritte“ kam bei der ebenfalls stark aufgestellten Reserve von Röhrnbach ebenfalls zu einem Unentschieden; hier zeichnete aber die Jugend an Brett 4–6 in Gestalt von Alexander Lenhard, Thomas Berthold und Timo Bösl für die Siege verantwortlich. Deggendorf II empfängt am kommenden Samstag die ambitionierten Ortenburger zum Topspiel der Bezirksliga, während Deggendorf III sich mit dem SC Vilshofen auseinandersetzen muss. Beide Teams wollen dabei versuchen, sich im Vorderfeld der Tabelle festzusetzen, für die „Erste“ hingegen geht es schon nach nur zwei Runden „um’s nackte Überleben“:

Foto: Großmeister Alexander Delchev bei seinem Auftritt für Deggendorf in Tegernsee.
(Foto: Haselbeck)
    

 

FH

 

 

 

 

02.10.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein verliert unglücklich in Tegernsee

3–5 gegen den Ex-Bundesligisten – Zweite und Dritte mit klaren Siegen

Es wäre ein Auftakt nach Maß für Deggendorfs Schachspieler geworden, wenn das Regionalligateam in Tegernsee die sich ihm bietenden Chancen genutzt hätte. Denn sowohl die Zweite in der Bezirksliga Ost mit einem 6–2-Erfolg gegen Pocking als auch die neu formierte Dritte in der Kreisliga mit einem 5,5–0,5 Kantersieg gegen Viechtach II waren erfolgreich in die neue Saison gestartet, während die Erste nach einem mehr als unglücklichen Spielverlauf mit leeren Händen die Heimreise antreten musste.

Dabei hatte die Begegnung gegen den Ex-Bundesligisten – noch 2009 hatte Tegernsee in der höchsten deutschen Spielklasse Rang 3 belegt – verheißungsvoll begonnen. Deggendorf konnte mit seinem neuen Star Aleksander Delchev am Spitzenbrett aufwarten. Der bulgarische Großmeister kam direkt vom Mannschafts-Europacup im slowenischen Rogaska Slatina angereist, wo er mit seinem Team Naiden Voinov Rang 15 unter 62 Mannschaften belegt und an Brett 1 das hervorragende Ergebnis von 3,5 Punkten aus 6 Partien erzielt hatte, wobei er seine einzige Niederlage gegen den absoluten Weltklassemann Michael Adams quittieren musste. Auch gegen Tegernsee punktete er ohne Probleme, da der gegen ihn gesetzte Internationale Meister (IM) Edin Pezerovic sich als nur auf dem Papier vorhandene Luftnummer erwies und der Punkt kampflos an die Donaustädter ging. Über die Sportlichkeit eines solchen Verhaltens seitens der Gastgeber, die zugleich mit einer kompletten 2. Mannschaft antraten und so das erste Brett keinesfalls hätten unbesetzt lassen müssen, kann man zumindest geteilter Meinung sein!

Der weitere Spielverlauf gestaltete sich für Deggendorf zunächst positiv. Andreas Krauß  (Brett 7), Michael Bacholke (8) und, nach beherztem Kampf, Neuzugang Alex Stadler (5) sicherten mit verdienten Punkteteilungen die Führung, bevor Manfred Menacher an Brett 2 gegen IM Roman Vidonyak in schwieriger Stellung die beste Verteidigung verabsäumte und aufgeben musste. Dennoch war man im Lager der Gäste nach wie vor guter Dinge, denn nach der ersten Zeitkontrolle stand man zumindest in zwei der drei verbliebenen Partien deutlich besser. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Zunächst stellt Hubert Firlbeck (3) gegen die International Meisterin Nellya Vidonyak ohne Not seinen Mehrbauern ein, der ihm wohl den Sieg gebracht hätte, und musste statt dessen ins Remis einwilligen. Anschließend vergab Franz Haselbeck, der zuvor Brett und Gegner klar dominiert hatte, zunächst ein gewonnenes Turmendspiel mit Mehrbauern kläglich und danach das entstandene Bauernendspiel, das zumindest bei bester Fortsetzung noch den halben Punkt eingebracht hätte, äußerst unglücklich und verlor. Jetzt hing beim Stande von 3–4 alles vom 4. Brett ab, wo Ludwig Bielmeier sich gegen den Ex-Deggendorfer Gerhard Lettl eine Mehrfigur erspielt hatte, dafür jedoch zwei Bauern und die Initiative seinem Kontrahenten überlassen musste. Und diese Bauern wurden ihm in den letzten dramatischen Sekunden noch zum Verhängnis, da Lettl einen von ihnen zur Dame und zum Punktgewinn umwandeln konnte und den Tegernseern damit den Sieg mit 5–3 sicherte, womit in deren Reihen noch kurze Zeit vorher eigentlich kaum mehr jemand ernsthaft gerechnet hatte. Nun stehen Firlbeck und Co. im nächsten Heimspiel am 23. Oktober ab 10 Uhr im Stadthotel Kolpinghaus gegen Waldkraiburg bereits wieder unter Druck, denn mit einer weiteren Niederlage wäre man schon zu Beginn der Saison im Abstiegskampf angekommen, den man heuer eigentlich gerne vermieden hätte.

Deutlich besser machten es die zweite und dritte Mannschaft des Schachvereins mit klaren Erfolgen gegen Pocking bzw. Viechtach II, wobei von den 14 hier ausgetragenen Partien (die Kreisklasse wird nicht mit den üblichen acht, sondern nur mit sechs Spielern absolviert) keine einzige verloren ging. Für die Zweite punkteten Franz Schmidbauer (Brett 2), Helmut Ertl (6), Hans Feichtinger (7) und Karl Hilmer (8) voll, Professor Johannes Grabmeier (1), Johann Mittermeier (3), Nachwuchstalent Thomas Weiß (4) und Georg Reisinger (5) jeweils zur Hälfte. In der aus Routiniers und hoffnungsvollen Nachwuchsspielern neu zusammengesetzten Dritten ließ lediglich der Teamsenior Rudolf Veitl mit sich über ein Remis verhandeln, Robert Haselbeck (Brett 1), Alexander Lenhard, Thomas Berthold, Timo Bösl und Günther Berthold (Brett 3–6) sorgten mit ganzen Zählern für den fast perfekten Start.

 

 

   IM Manfred Menacher   Delchev und Krauß

Bild 1: Rückkehrer Manfred Menacher (links), der eigenen Jugend entstammender 3-facher bayerischer Meister, konnte seine Partie gegen den starken Roman Vidonyak nicht halten.
Bild 2: Großmeister Alexander Delchev (rechts) analysiert mit seinem Deggendorfer Betreuer Andreas Krauß dessen Partie und hatte dabei sicher einige Verbesserungen parat. (Fotos: Haselbeck)

FH

 

 

15.09.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein mit spektakulären Neuverpflichtungen

Mit zwei Großmeistern und einem mehrfachen bayerischen Meister in die neue Regionalliga-Saison

 Auftakt gegen Ex-Bundesligisten Tegernsee

Am 2. Oktober starten die Schachligen in die neue Saison 2011/12, und für diese hat sich der Schachverein Deggendorf in der Regionalliga Südost nach zwei harten Jahren mit permanenten Sorgen um den Klassenerhalt einiges vorgenommen. Insgesamt vier Akteure wurden neu für den Kader verpflichtet, darunter auf Vermittlung des bereits seit drei Jahren für die Niederbayern aktiven serbischen Gastspielers Petar Krstic auch zwei renommierte Großmeister, denen man ohne Übertreibung Bundesligaformat zusprechen kann.

Das erste Brett besetzt Großmeister (seit 1998) Alexander Delchev, 175. der aktuellen Weltrangliste (ELO 2620), 4. im Ranking seines Heimatlandes Bulgarien, das der 40-jährige unter anderem bei fünf Schacholympiaden vertrat. 1994, 1996 und 2001 gewann er die Landesmeisterschaft, 1991/92 wurde er im holländischen Aalborg Junioren-Europameister. Damit steht er in einer Reihe mit den heutigen absoluten Weltklassespielern Vassily Ivanchuk, Boris Gelfand und Levon Aronian, die sich diesen Titel ebenfalls zu Beginn ihrer Karriere sicherten. Seine jüngsten größeren Einzelerfolge datieren auf das Jahr 2007, als er das Internationale Schachfestival in Benidorm und die Offenen Meisterschaften von Kroatien für sich entscheiden konnte. Bei den diesjährigen französischen Mannschaftsmeisterschaften remisierte er gegen die beiden „Supergroßmeister“ Dimitry Jakovenko (Russland) und Michael Adams (England) und errang mit dem Team von „Marseille Echecs“ den Titel. Großmeister Delchev ist Verfasser zweier Schach-Standartwerke über die Sizilianische und die Grünfeld-Verteidigung.

Brett 2 nimmt Großmeister (seit 2003) Nikola Sedlak ein, derzeit 273. der Weltrangliste (ELO 2589) und 6. der serbischen Rangliste. Bei der Schacholympiade 2010 gelang dem 28-jährigen das Kunststück, dem Weltranglisten-Ersten und „Wunderkind“ Magnus Carlsen mit den schwarzen Steinen ein Unentschieden abztutrotzen, wobei er zeitweise sogar einen Mehrbauern sein Eigen nennen konnte. Herausragend unter seinen vielen Erfolgen ist sicher der Gewinn der EU-Meisterschaft im Juni 2007 in Arvier.

Der bisherige Spitzenspieler Petar Krstic (3) folgt als Nummer 4 mit Rückkehrer Manfred Menacher eine weitere „Granate“. Das Deggendorfer Eigengewächs der 1980er Jahre, bayerischer Meister 1993, 1994 und 1997 und Gewinner des Schnellschach-Titels 2009, hat sich nach zwei weniger erfreulichen Jahren beim Landesligisten Kehlheim wieder seinem Heimatverein angeschlossen, dem er bei seinem ersten Comeback 2008/09 mit einer makellosen Bilanz entscheidend zu Meisterschaft und Aufstieg mit verholfen hat. Nebenbei ist Menacher auch noch für Ranshofen in der 2. Österreichischen Liga aktiv. Nach Mannschaftsführer Hubert Firlbeck und Rekord-Stadtmeister Ludwig Bielmeier folgt mit Alexander Stadler die vierte Neuverpflichtung. Der junge Vilshofener, schon seit zwei Jahren im Deggendorfer Vereinsgeschehen präsent, hat die Chance zur sportlichen Verbesserung ergriffen und kürzlich mit dem Gewinn des Opens im österreichischen Braunau vor deutlich höher eingestuften Kontrahenten, verbunden mit dem Sprung über die 2000er DWZ-Marke, bereits eine Kostprobe seines Talents abgeliefert. Die ersten Acht komplettiert Franz Haselbeck, doch da im Lauf der Saison sicher nicht immer alle Topspieler gleichzeitig eingesetzt werden, können sich auch die Rainer Tauber (9) und Andreas Krauß (10) als fester Bestandteil des Teams fühlen. Für weitere personelle Notfälle stehen die Männer der zweiten Mannschaft um Vorstand Franz Schmidbauer Gewehr bei Fuß. Wie die Aufstellung beim Saisonauftakt in Tegernsee, eine Mannschaft, die vor wenigen Jahren noch in der Bundesliga und im Europacup aktiv war und mit Edin Pezerovic, Roman und Nelya Vidnonyak ebenfalls drei International Meister aufbieten kann – schau mer mal. Jedenfalls profitiert von den Neuzugängen nicht nur Deggendorf I, auch der „Zweiten“ stehen nun so viele Spieler wie lange nicht zur Verfügung und die Verantwortlichen haben sich daher entschlossen, auch noch ein drittes Team für die Kreisliga Ost zu melden, um allen spiefreudigen Schacherern auch die Chance zum Einsatz zu geben.


                                                                                                                                                                                                                               FH

Großmeister Alexander Delchev 

Foto: Großmeister Alexander Delchev, Spitzenspieler des Deggendorfer Schachvereins in der kommenden Saison.

 

 

 

 

10.04.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein Deggendorf: Klassenerhalt trotz Niederlage

3–5 in Ingolstadt –  „Zweite“ gegen Passau ohne Chance

„Das ist gerade so noch einmal gut gegangen.“ Dieser Aussage von Mannschaftsführer Hubert Firlbeck, mit der er den glücklichen Erhalt der Regionalliga für Deggendorfs Schacherer kommentierte, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Trotz einer Niederlage nach einer erneut nicht überzeugenden Leistung bei der Landesligareserve des SK Ingolstadt gelang es, die Klasse zu sichern. Grund dafür war der gleichzeitige Misserfolg des einen Punkt hinter Deggendorf liegenden SV Ilmmünster in Gräfelfing. Damit muss Ilmmünster, das vor der Saison den Aufstieg in die Landesliga als Ziel formuliert hat, zusammen mit dem SC Straubing den bitteren Weg in die Ober- bzw. Niederbayernliga antreten. An der Tabellenspitze aber sind der SK Landshut und Gräfelfing sowohl nach Mannschafts- wie auch nach Brettpunkte gleich und haben jeweils auch die identische Anzahl an Gewinnpartien auf ihrem Konto. Somit entscheidet über den Aufstieg in die Landesliga Süd – das Los! Warum die Funktionäre diesen „Wahnsinn, der Wirklichkeit wird“, so der Kommentar auf der Webseite der Landshuter, ins Regelwerk geschrieben haben und nicht einen sportlich fairen Stichkampf, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben.

Der Wettkampf in Ingolstadt spiegelt exakt Deggendorfs Saisonverlauf wieder. Einem herausragenden Start, in der Liga mit drei Siegen in Folge, hier mit drei Gewinnpartien in Serie, folgte der totale Absturz. Schon zu Beginn gingen die Niederbayern mit 1–0 in Führung, da die Heimatstadt des Ministerpräsidenten nur mit 7 Mann antrat und Brett 3 gegen Ludwig Bielmeier nicht besetzen konnte. Es folgten rasche Erfolge von Petar Krstic (Brett 1; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) gegen Dr. Wolfgang Claß und Professor Johannes Grabmeier (7) gegen Frank Schröder, und mit einem komfortablen Vorsprung und weitgehend zufriedenstellenden Positionen an allen übrigen Brettern schien der Ligaverbleib aus eigener Kraft nur noch eine Frage der Zeit.

Was folgte, ist nur mit dem strapazierten Nervenkostüm der seit 5 Runden mit Niederlagen konfrontierten Akteure zu erklären. Alle Partien gingen, wie man so schön sagt, „den Bach hinunter“. Den Anfang machte Michael Bacholke (8), der gegen Dr. Ralf Hartmann eine Springergabel mit gleichzeitigem Angriff auf König und Dame übersah und sofort aufgeben musste. Es folgten Franz Haselbeck (4), der gegen Dr. Andreas Götz seine gute Eröffnungsbehandlung überschätzte, die Stellung überzog und trocken ausgekontert wurde, Hubert Firlbeck (3), der ein vorteilhaftes Endspiel gegen Ewald Appel zum Verlust misshandelte und Rainer Tauber (5), dessen Einschätzung, nach dem Abtausch der Damen Ausgleich gegen Daniel Ebenhöch erreicht zu haben, sich als Trugschluss herausstellte. Den Schlusspunkt setzte dann Andreas Kraus; an Brett 6 verlor er gegen Emin Duraku zunächst einen Bauer, dann einen Läufer und damit auch die letzte Partie der Saison. Den hängenden Köpfen beim gemeinsamen Lokalbesuch und während der langen Heimatfahrt folgte erst gegen 18 Uhr hörbares Aufatmen, als der Spielleiter alle Ergebnisse der Schlussrunde ins Netz gestellt hatte. Für die nächste Saison allerdings ist eine klare Steigerung der gesamten Mannschaft unbedingt notwendig, um noch länger auf diesem Niveau das königliche Spiel betreiben zu können.

Keine Chance hatte Deggendorf II im alles entscheidenden Duell um die Meisterschaft gegen Passaus Oberligareserve. Bei einem Sieg hätten Schmidbauer und Co. den Tabellenführer in der Bezirksliga Ost noch in quasi letzter Sekunde vom Thron stürzen und den Weg in die Niederbayernliga antreten können. Dies wussten aber auch die Passauer, und boten aus ihrem reichen Reservoir ein überragendes Team auf, gegen dass kein Kraut gewachsen war. Mit 3–5 fiel die Niederlage noch durchaus moderat aus. „Schorsch“ Reisinger holte an Brett 8 gegen Wilfried Kuran den einzigen vollen Punkt, Dr. Peter Roth – er hatte es mit dem internationalen Titelträger FIDE-Meister Dr. Arpad Geller zu tun –, Johann Mittermeier, der mit 8 Punkten aus neun Partien das beste Einzelergebnis der gesamten Liga erzielte, Helmut Ertl und Willibald Haimerl holten jeweils ein beachtliches Remis, während Franz Schmidbauer gegen den Internationalen Meister und früheren Bundesligaspieler Wolfgang Kaiser, Christian Stutzke und Lothar Rader die Überlegenheit ihrer durchgehend höherklassig erprobten Kontrahenten anerkennen mussten. Dennoch, die Vizemeisterschaft ist ein schöne Erfolg, und nächstes Jahr heißt es einfach: Auf ein Neues!

FH

 Daniel Ebenhöch

Foto: Der Ingolstädter Mannschaftsführer Daniel Ebenhöch (rechts), mit 8,5 Punkten aus 9 Partien der überragende Spieler der Regionalliga Südost, erklärt Professor Grabmeier nach getaner Arbeit das Geheimnis seines Erfolgs. (Foto: Haselbeck)

 

 

  

 


... weitere Berichte von Franz Haselbeck aus dem Jahr 2010 in unserem Zeitungsarchiv:

zeitung10.htm - zeitung09.htm - zeitung08.htm - zeitung07.htm - zeitung06.htm - zeitung05.htm